Aus Geschichte lernen

Wissen vermitteln, anwenden, reflektieren – Bon Courage e.V. organisiert Workshop zum Thema Gedenkstättenpädagogik

*28.-30.April 2014

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Die Ergebnisse des Workshops werden auf einer Flipchart festgehalten.

Die vom Verein Bon Courage e.V. organisierte Gedenkstättenfahrt jährt sich 2014 mittlerweile schon zum siebenten Mal. In den vergangenen Jahren erhielten somit jeweils 20 Jugendliche und junge Erwachsene über die Osterfeiertage die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz direkt vor Ort auseinandersetzen zu können. Um eben jene Auseinandersetzung in methodisch-didaktischer Hinsicht für die kommenden Gedenkstättenfahrten noch zu optimieren bzw. zu erweitern, organisierte Bon Courage e.V. am vergangenen Wochenende einen Intensivworkshop rund um das Thema der Gedenkstättenpädagogik. Das Workshop-Wochenende untergliederte sich hierbei in einen praktischen wie auch einen theoretischen Block.

Bezüglich der Praxisorientierung besuchten die insgesamt elf TeilnehmerInnen, die sich aus SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen sowie Ehrenamtlichen - u.a. der Initiative „Kulturbahnhof Markkleeberg" - zusammensetzten, am Samstag die KZ-Gedenkstätte in Buchenwald nahe Weimar. Einer der dort angestellten Gedenkstättenpädagogen gab den TeilnehmerInnen hierbei verschiedene Methodenmöglichkeiten sowie Erfahrungen und Hinweise bezüglich deren Durchführung an die Hand, mit Hilfe derer sich BesucherInnen einer KZ-Gedenkstätte derartig geschichtsträchtigen Orten nähern können. Um besagte Methoden mit eigenen Erfahrungen verknüpfen zu können, wurden selbige sogleich auf dem Gelände der Gedenkstätte ausprobiert und anschließend innerhalb der Gruppe ausgewertet. Nach rund sechs Stunden methodischen Inputs, Durchführens und Reflektierens traten alle Teilnehmenden schließlich zwar geschafft, aber auch um zahlreiche Ideen und Wissensimpulse bereichert die Heimreise an, um sich am nächsten Tag in Borna dem theoretisch ausgerichteten Teil des Workshops zuzuwenden.

Ein aus Cottbus stammender Referent, der im Rahmen etlicher selbst durchgeführter Gedenkstättenfahrten bereits viele wertvolle praktische Erfahrungen sammeln konnte, führte an diesem Sonntag mit den Teilnehmenden zwei umfangreiche Workshop-Blöcke durch. Einerseits setzte sich die Gruppe hierbei kritisch mit den „Argumenten" von Holocaust-LeugnerInnen auseinander, um gemeinsam zu erörtern, wie derartigen Standpunkten begegnet werden kann. Andererseits widmeten sie die TeilnehmerInnen intensiv der Frage, wo Chancen, aber auch Grenzen hinsichtlich der Durchführung von ZeitzeugInnengesprächen - z.B. im Rahmen von Gedenkstättenfahrten, aber auch an Schulen - gesehen werden können.

Die Vermittlung von theoretischem Wissen, das auch praktisch angewandt werden konnte, erwies sich rückblickend betrachtet als sehr erfahrungs- wie auch lehrreich. Wie angedacht werden die TeilnehmerInnen die an diesem Wochenende gesammelten Erfahrungen in die Planung und Durchführung von Gedenkstättenbesuchen bzw. -fahrten sowie ZeitzeugInnengesprächen mit einbeziehen.

Das Projekt wurde gefördert von dem Lokalen Aktionsplan im Landkreis Leipzig.