Menschen(t)räume

Informieren und Empowern als Schlüssel zur Teilhabe von Geflüchteten

Seit Beginn des Jahres erhält Bon Courage e.V. über das sächsische Landesprogramm Integrative Maßnahmen eine einjährige Förderung des Projekts Menschen(t)räume - Informieren und Empowern als Schlüssel zur Teilhabe von Geflüchteten. Dank der Förderung können zwei Hauptamtliche in diesem Projekt tätig sein. Das Projekt lässt sich in die zwei Projektbereiche ABI – Aufklärung, Beratung und Information und Wenn Frauen sich trauen – Empowerment und Selbstorganisation von Migrantinnen untergliedern, die sich selbst aus verschiedenen Maßnahmen zusammensetzen.

Projektbereich 1: ABI – Aufklärung, Beratung und Information

Bon Courage e.V. hat bereite eine grundlegende Struktur für ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot für Menschen mit und ohne Migrations-/ Fluchthintergrund schaffen können. Das Projekt baut hierauf auf und versucht diese nachhaltig weiterzuentwickeln, sodass Geflüchtete im selbstständigen Handeln bestärkt und von Beratungsangeboten/Unterstützungshilfen unabhängiger werden können. Veränderte Lebenssituationen (z.B. familiäre, berufliche, schulische oder aufenthaltsrechtliche Änderungen) sowie neue Gesetzeslagen stellen mitunter Gründe dar, warum verschiedene Informationsangebote für Menschen mit und ohne Migrations-/Fluchthintergrund dauerhaft notwendig sein wird.

Projektbereich 2: Wenn Frauen sich trauen – Empowerment und Selbstorganisation von Migrantinnen**

Allgemein betrachtet soll der Projektbereich frauenspezifischer Unterstützungsstrukturen ausbauen, was nicht zuletzt durch die Kooperation mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteurinnen gelingen kann. Begegnungsprojekte mit nicht-migrantischen und migrantischen Frauen schaffen notwendige Schutz- und Rückzugsräume, in denen sich die Teilnehmerinnen verwirklichen können. Sie haben die Möglichkeit sich auszutauschen, zu vernetzen, kennenzulernen und sich bei Alltagsproblemen gegenseitig zu stützen. Ebenso können sie durch die verschiedenen sportlichen, kreativen und handwerklichen Aktivitäten eigene Interessen finden und ausleben, sowie wertvolle Kompetenzen erlernen, dank derer nicht zuletzt ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt steigt. Die Begegnung vieler Frauen mit ganz verschiedenen kulturellen Hintergründen fördert ebenso ihre interkulturelle Kompetenzen und können Vorbehalte und Berührungsängste abbauen.

Teile des Projektbereiches knüpfen an bisherigen Strukturen und Erfahrungen an. Bezugnehmend auf die Reflexionsergebnisse aus dem vorherigen Jahr, sollen einige wesentliche Kritikpunkte verbessert werden. Beispielsweise liegt die Organisation mehr oder weniger in den Händen der Mitarbeiterinnen und die kreativen Angebote werden mehr konsumiert als aktiv von den Teilnehmerinnen mitgestaltet und vorbereitet – die Frauengruppen könnten momentan nicht selbstorganisiert und alleine bestehen. Die Teilnehmerinnen nun zur Selbstorganisation der Frauengruppe zu empowern, ist ein Vorhaben, das nur prozesshaft durch die schrittweise Übernahme von mehr Verantwortung gelingen kann und viel Zeit und Ausdauer abverlangen wird. Im Reflexionsprozess wurden verschiedene Ideen besprochen, wie der Ablösungsprozess nachhaltig gefördert und wie sich diesem Ziel genähert werden kann.

Gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Integrative Maßnahmen.