„Ich mach es lieber selbst“ - D.I.Y.-Angebot

Beratungs- und Unterstützungsangebote für Geflüchtete sind absolut notwendig. Allerdings liegt darin gleichzeitig die Gefahr, dass sie auf Dauer von den Hilfsstrukturen abhängig werden, sie an Selbstvertrauen verlieren und jegliche Verantwortung an Dritte abgeben. Vor allem in einem neuen Land mit anderen Strukturen, Abläufen und Rechten fehlt vielen Neuankömmlingen zunächst der Überblick. Darunter leidet nicht selten ihr Selbstvertrauen, die alltäglichen Anforderungen selbst bewältigen zu können. Starthilfen sind unumstritten eine Notwendigkeit, doch je länger eine Person in Hilfsstrukturen feststeckt, desto schwerer wird ihr Weg zurück in die Selbsthilfe. Aufgrund fehlender Deutschkenntnisse übertragen Eltern ihre Verantwortung zugleich oft auf ihre Kinder, die zwar vielleicht besser Deutsch sprechen, aber die ansonsten damit überfordert sind.

Mit der Do-It-Yourself-Maßnahme wird das Selbsthilfeangebot aus dem Vorläuferprojekt fortgeführt und mithilfe gesammelter Erfahrungen weiterentwickelt. Sie schafft Gelegenheiten das deutsche Sozialhilfesystem als vorübergehende staatliche Unterstützung zu erläutern sowie die Hintergründe einzelner behördlicher Verfahren und Strukturen zu erklären und beim Ausfüllen von Formularen zu unterstützen. Hilfe zu Selbsthilfe ist ein langwieriger Prozess, der damit beginnt, Hilfsbedürftigen die Angst vor dem Papier zunehmen und ihnen bewusst zu machen, warum das Selbermachen für sie so wichtig ist.

Die Mitarbeiterinnen haben ein 3-moduliges Workshop-Konzept erarbeitet, das mit jeweils 6-8 Personen durchgeführt werden kann, die bereits über grundlegende Deutschkenntnisse in Schrift und Sprache verfügen. Der Workshop ist praxisorientiert und charakteristisch sind verschiedenen Übungen/Wiederholungen, bei denen die Teilnehmenden selbst aktiv werden und praxisnah arbeiten. Die Themen orientieren sich am Alltag der Teilnehmenden:

Alle Teilnehmenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine Teilnahme-Urkunde.