Raum des Begegnens und Wirkens

Von August 2023 bis Januar 2025 realisieren wir das Projekt „Your place to be! Im strukturschwachen Borna entsteht ein partizipativer Begegnungsraum, der im Sinne der Gemeinwesenarbeit gemeinsam von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte gestaltet und belebt wird. Ziel des Projekts ist es, Leerstand und Angebotsarmut entgegenzuwirken und neue Räume für Begegnung sowie (Selbst-)Verwirklichung zu schaffen.
Durch die Anmietung einer Ladeneinheit im Stadtzentrum entsteht ein multifunktionaler Raum, der vielfältig genutzt werden kann und gemeinsam mit den Einwohner*innen nachhaltig entwickelt wird.

Inhalte und Ansatz
Zentral für das Projekt ist die partizipative Gestaltung des Raumes. In Zukunftswerkstätten werden gemeinsam mit Einzelpersonen und bestehenden Gruppen Ideen für die Nutzung und Ausgestaltung entwickelt. Dabei werden bewusst unterschiedliche Perspektiven und Bedarfe einbezogen.
In einer zweiten Phase werden diese Ideen gemeinsam umgesetzt: Der Raum wird in Arbeitseinsätzen eingerichtet, Nutzungsregeln und ein offener Belegungsplan werden gemeinsam erarbeitet. Ziel ist es, einen möglichst zugänglichen und transparent nutzbaren Raum zu schaffen.
Der Raum steht für vielfältige Angebote offen und wird sowohl von den Nutzer*innen selbst als auch von externen Initiativen im Sinne der Projektziele gestaltet. Ergänzend werden materielle Ressourcen wie Internet, Technik, Werkzeuge oder Kochmöglichkeiten zur Verfügung gestellt.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf einem sensiblen Umgang mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen. Gemeinsam mit Betroffenen wird ein Schutzkonzept entwickelt, um den Raum sicher und zugänglich für alle zu gestalten.

Projektmaßnahmen im Überblick
Die verschiedenen Angebote und Strukturen greifen ineinander und ermöglichen eine vielfältige Nutzung des Raumes:
- Partizipative Raumentwicklung
In Zukunftswerkstätten werden Ideen zur Nutzung gemeinsam entwickelt und in der Praxis umgesetzt. - Offene und vielfältige Nutzung
Der Raum bietet Platz für Deutschkurse, Tanz- und Sportangebote, Nähcafés, eine Fahrrad- und Repair-Werkstatt sowie für Vorträge, Lesungen, Kinoabende, Kinderbetreuungsangebote und selbstorganisierte Gruppentreffen. - Externe Nutzung
Neben festen Angeboten können auch externe Initiativen und Gruppen den Raum nutzen und eigene Formate umsetzen. - Zugang zu Ressourcen
Neben den Räumen stehen auch Infrastruktur und Materialien wie Internet, Technik, Werkzeuge und Kochmöglichkeiten zur Verfügung.

Ziele und Wirkung
Das Projekt stärkt die im Landkreis lebenden Menschen mit Migrationsgeschichte darin, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam aktiv zu werden. Durch die partizipative Gestaltung werden Selbstverwirklichung und Selbstorganisation gefördert sowie Autonomie und Selbstbestimmung gestärkt.
Das K24! schafft einen Ort der Begegnung, an dem interkultureller Austausch selbstverständlich wird. Dadurch werden Vorurteile und Stereotype abgebaut und ein respektvolles Zusammenleben im Alltag gefördert. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, Rassismus und rechtem Gedankengut entgegenzuwirken und demokratische Strukturen im ländlichen Raum zu stärken.
Menschen werden darin unterstützt, ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln. Sie erleben sich als handlungsfähig, gestalten ihr Leben selbstbestimmt und finden in einem diskriminierungssensiblen Umfeld Sicherheit und Unterstützung. Der Raum bietet zudem Möglichkeiten, sich über Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen auszutauschen und diese zu verarbeiten.
So entsteht ein lebendiger Begegnungsort, der die Verbundenheit mit dem eigenen Lebensumfeld stärkt und langfristig gesellschaftliche Teilhabe fördert. Neue Perspektiven und Ideen für gesellschaftliches Zusammenleben werden entwickelt und finden konkrete Umsetzung im lokalen Kontext.
Das Projekt wurde unterstützt von der Deutschen Postcode Lotterie und der abriporta Stiftung.

