Gemeinsame Pressemitteilung der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Leipzig, der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Borna und des Vereins Bon Courage e. V.

Ein Wandbild für Frauenrechte in Borna wurde beschädigt. Der Schriftzug, der sich für Frauenrechte ausspricht, wurde übersprüht, das Gesicht einer Schwarzen Frau im Kunstwerk übermalt. Was auf den ersten Blick wie Sachbeschädigung erscheinen mag, ist für uns mehr: Der Angriff trägt eine eindeutig frauenfeindliche und rassistische Dimension. Er richtet sich gegen die Sichtbarkeit von Frauen, gegen Gleichberechtigung und gegen die Vielfalt in unserer Gesellschaft.
Wir werden das nicht unwidersprochen hinnehmen.
Das Wandbild ist aus einer gemeinsamen Initiative der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Leipzig, der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Borna und des Vereins Bon Courage e. V. entstanden. Es wurde durch Spenden durch die Beteiligung von Frauen am Internationalen Frauenlauf finanziert und von der venezolanischen Künstlerin Mary Carmen Medina gezeichnet. Damit ist der entstandene Schaden nicht nur ein Angriff auf ein Kunstwerk, sondern trifft auch all jene, die sich mit ihrer Spende, ihrem Engagement und ihrer Solidarität für Frauenrechte eingesetzt haben.
Wenn es eine Frau betrifft, betrifft es alle Frauen.
Mit einem gemeinsamen Statementbild stellen wir uns symbolisch Arm in Arm vor dem beschädigten Wandbild. Wir zeigen damit: Wir stehen solidarisch zusammen. Wir lassen uns nicht spalten, nicht einschüchtern und nicht zum Schweigen bringen. Was eine Frau betrifft, geht uns alle an.
Gewalt gegen Frauen ist nicht abstrakt. Sie findet mitten unter uns statt: in Beziehungen, im öffentlichen Raum und im digitalen Raum. Sie hat viele Gesichter und viele Formen, auch Einschüchterung, Herabwürdigung und Angriffe auf die Sichtbarkeit von Frauen gehören dazu.
Das Thema „Gewalt gegen Frauen“ gehört in die Öffentlichkeit und nicht unter den Teppich und schon gar nicht unter eine Farbschicht.
Wir werden das Thema weiterhin sichtbar machen, darüber sprechen und uns für ein gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander einsetzen. Gerade mit Blick auf den kommenden Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November erinnern wir daran, dass Gewalt gegen Frauen uns alle angeht und gesellschaftliche Verantwortung erfordert.
Wir halten es mit den Worten von Audre Lorde:
Ich bin nicht frei, solange noch eine einzige Frau unfrei ist, auch wenn sich ihre Ketten von den meinen unterscheiden.
Wir stehen zusammen. Wir bleiben sichtbar. Und wir werden uns weiterhin für die Rechte aller Frauen einsetzen.

