
Von Februar 2025 bis Juli 2026 realisieren wir das Projekt „K24! – Weil wir alle (T)Räume brauchen. Im strukturschwachen Borna wächst seit Mai 2023 mit dem K24! (Kirchstraße 24) ein interaktiver, partizipativer Begegnungsort, der gemeinsam von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte gestaltet und belebt wird. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung von Menschen darin, eigene Interessen und Ideen zu entwickeln, umzusetzen und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten. Dabei entsteht ein zielgruppenorientierter, diskriminierungskritischer Raum, der kontinuierlich weiterentwickelt wird – mit einem besonderen Fokus auf Autonomieförderung.
Das Projekt knüpft an das Vorgängerprojekt Your Place to be! an und hat sich bereits fest in Borna sowie in verschiedenen migrantischen Communities etabliert.

Inhalte und Ansatz
Das K24! bietet Raum für vielfältige Angebote und wird durch die aktive Mitgestaltung seiner Nutzer*innen geprägt. Bestehende Formate wie Deutschkurse, Hausaufgabenbetreuung und Alphabetisierungskurse werden durch weitere Angebote ergänzt, darunter ein Nähcafé, Breakdance für Kinder und Jugendliche sowie neue Formate wie Fitnesskurse und Bildungsangebote zu alltagsrelevanten Themen (z. B. Bildungs-, Gesundheits- oder Arbeitssystem).
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Multiplikator*innenförderung im Sinne von „Train-the-Trainer“-Ansätzen. Menschen werden dabei unterstützt, Wissen zu erwerben und dieses eigenständig in ihre Communities weiterzutragen.
Der Raum wird zudem von selbstorganisierten Gruppen wie ‚MIL‘ oder ‚Kompass‘ genutzt, die Menschen beim Ankommen in Deutschland begleiten und Räume für Austausch schaffen. Auch andere Vereine und Initiativen nutzen das K24! für ihre Angebote.
Das Projekt basiert auf einer offenen Mitmachkultur: Nutzer*innen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Dabei wird im Sinne des Powersharing-Ansatzes gearbeitet, indem privilegierte Akteur*innen Räume schaffen, in denen sich marginalisierte Menschen selbst organisieren und stärken können.


Projektmaßnahmen im Überblick
- Offene und vielfältige Angebotsstruktur
Deutschkurse, Hausaufgabenbetreuung, Alphabetisierung, kreative und sportliche Angebote sowie Bildungsformate zu alltagsrelevanten Themen. - Neue und weiterentwickelte Formate
Ergänzung bestehender Angebote durch u. a. Fitnesskurse und themenspezifische Bildungsangebote. - Multiplikator*innenförderung
‚Train-the-Trainer‘-Ansätze zur Weitergabe von Wissen innerhalb der Communities. - Selbstorganisierte Gruppen und externe Nutzung
Nutzung durch Gruppen wie ‚MIL‘ und ‚Kompass‘ sowie durch weitere Initiativen und Vereine. - Partizipation und Powersharing
Aktive Mitgestaltung des Raumes durch die Nutzer*innen und Förderung von Selbstorganisation.

Ziele und Wirkung
Das Projekt stärkt die im Landkreis lebenden Menschen mit Migrationsgeschichte darin, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam aktiv zu werden. Durch die partizipative Gestaltung werden Selbstverwirklichung und Selbstorganisation gefördert sowie Autonomie und Selbstbestimmung gestärkt.
Das K24! schafft einen Ort der Begegnung, an dem interkultureller Austausch selbstverständlich wird. Dadurch werden Vorurteile und Stereotype abgebaut und ein respektvolles Zusammenleben im Alltag gefördert. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, Rassismus und rechtem Gedankengut entgegenzuwirken und demokratische Strukturen im ländlichen Raum zu stärken.
Menschen werden darin unterstützt, ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln. Sie erleben sich als handlungsfähig, gestalten ihr Leben selbstbestimmt und finden in einem diskriminierungssensiblen Umfeld Sicherheit und Unterstützung. Der Raum bietet zudem Möglichkeiten, sich über Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen auszutauschen und diese zu verarbeiten.
So entsteht ein lebendiger Begegnungsort, der die Verbundenheit mit dem eigenen Lebensumfeld stärkt und langfristig gesellschaftliche Teilhabe fördert. Neue Perspektiven und Ideen für gesellschaftliches Zusammenleben werden entwickelt und finden konkrete Umsetzung im lokalen Kontext.
Das Projekt wird unterstützt von der Deutschen Postcode Lotterie, der Heidehof-Stiftung und der abriporta Stiftung.


