Gesprächsrunden zur psychischen Gesundheit für Geflüchtete
Seit Juni 2025 fanden monatliche psychosoziale Austausch-Treffen für eine spanischsprachige Frauen- und eine spanischsprachige Männergruppe statt. Der Wunsch nach diesem Angebot ging direkt von den Teilnehmenden selbst aus.
Bereits zu Beginn des Jahres entstand aus dem Engagement Ehrenamtlicher die Idee einer spanischsprachigen Selbsthilfegruppe für Frauen. Dieses Angebot etablierte sich schnell und wird seither regelmäßig selbstorganisiert durchgeführt. Ergänzend zu diesem bestehenden Angebot wurden Fördermittel beantragt, um die Gruppen zusätzlich durch professionelle Referentinnen begleiten zu können.
In diesen begleitenden Treffen wurde ein sicherer und wertschätzender Raum geschaffen, in dem belastende Erfahrungen geteilt und gemeinsam reflektiert werden konnten. Im Mittelpunkt standen vielfältige psychosoziale Themen, darunter Migrationsschmerz, der Umgang mit psychischen Belastungen und Krisensituationen, der Ankommmensprozess in Deutschland, bürokratische Herausforderungen sowie Erfahrungen von Rassismus.


Gerade für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung sind solche Austausch-Räume von großer Bedeutung. Sie ermöglichen Teilhabe, gegenseitige Unterstützung und das Gefühl, mit den eigenen Sorgen nicht allein zu sein. In den Treffen wurden sowohl belastende Erlebnisse als auch individuelle und gemeinsame Bewältigungsstrategien thematisiert.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Situation von Menschen aus Venezuela. Häufige Ablehnungen von Asylanträgen und langwierige Klageverfahren führen zu anhaltender Unsicherheit und stellen eine erhebliche psychische Belastung dar, die das Ankommen in Deutschland deutlich erschwert.
Die monatlichen Treffen der Frauengruppe wurden von einer erfahrenen Referentin begleitet, die bereits seit mehreren Jahren im Rahmen anderer Angebote vertrauensvoll mit der Zielgruppe arbeitet. Durch die Durchführung in spanischer Sprache konnten die Treffen besonders niedrigschwellig gestaltet werden. Neben dem gemeinsamen Austausch wurden viele der Themen auch kreativ aufgearbeitet.
Parallel dazu fanden auch psychosoziale Treffen der Männergruppe statt. Neben der Auseinandersetzung mit den oben genannten Themen standen hier insbesondere Fragen von Männlichkeit und emotionalem Ausdruck im Fokus, wie etwa das Sprechen über Gefühle. Diese Treffen wurden ebenfalls von der Referentin begleitet und bei ausgewählten Terminen durch einen männlichen Referenten unterstützt.
Insgesamt wurden im Jahresverlauf alle sechs geplanten Treffen der Frauengruppe sowie alle sechs Treffen der Männergruppe erfolgreich umgesetzt. Der große Zuspruch und die kontinuierliche Teilnahme verdeutlichen den hohen Bedarf an psychosozialen Austausch-Räumen.
Ein besonderer Dank gilt der Monom Stiftung, ohne deren finanzielle Unterstützung die Umsetzung dieses Projekts nicht möglich gewesen wäre.
