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am 31.08.2010 um 10:56 Uhr

am 09.08.2010 um 16:10 Uhr

Original hier: treibhaus-doebeln.de/index.php?id=118&tx_ttnews[tt_news]=209

Autos in Flammen: Brandanschläge auf Fahrzeuge von Mitgliedern des Treibhaus e.V. Döbeln

Döbeln, 30. Juli 2010

In der Nacht vom 13.07.2010 auf den 14.07.2010 verübten bisher noch unbekannte TäterInnen in Döbeln Brandanschläge auf zwei Fahrzeuge von Mitgliedern des Treibhaus e.V. Döbeln.

Beide Betroffene treten seit Jahren für eine weltoffene, demokratische und nichtrassistische Gesellschaft ein und sind durch ihr Engagement beim Treibhaus e.V. öffentlich bekannt. Ebenso waren beide bereits in der Vergangenheit Opfer rechtsextremer Aktivitäten, EmpfängerInnen von Drohungen und haben vor Gericht gegen Döbelner Neonazis ausgesagt. Zuletzt wurde einem der Opfer wenige Tage vor der Tat von stadtbekannten Neonazis mit den Worten „Dich und deine Karre fackeln wir ab" gedroht. Auch der Treibhaus e.V. selbst war bereits mehrfach rechtsextremen Übergriffen ausgesetzt.

Die Angriffe reihen sich ein in eine Kette von Brandanschlägen in Mittelsachsen, bei denen die TäterInnen in der rechten Szene zu vermuten sind. Bereits im März verübten bislang immer noch unbekannte TäterInnen einen Brandanschlag auf die Räumlichkeiten eines soziokulturellen Vereins in Freiberg und hinterließen Aufkleber mit rechten Parolen. In der vergangenen Woche wurden in Freiberg erneut zwei Brandanschläge auf Restaurants ausländischer BetreiberInnen verübt.

Die Reaktionen auf die Anschläge sind sehr unterschiedlich. Während vereinzelt politische AkteurInnen auf Landes- und Kreisebene ihre Solidarität bekundet haben, ist der Treibhaus e.V. enttäuscht darüber, dass bis heute von Seiten der Stadt weder eine öffentliche Äußerung zu den Vorfällen, noch eine Kontaktaufnahme geschehen ist. Die Polizei möchte in keinem der Fälle einen rechtsextremen Hintergrund der Taten bestätigen.

Die Brandanschläge sind ein Angriff auf die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft und die Grundrechte der Betroffenen. Nur wenn klar ist, dass Betroffene nach solchen Anschlägen nicht allein stehen, wird es weiter möglich sein, sich gegen Neonazis zu engagieren und für demokratische Werte zu streiten.

Uns ist es daher wichtig, den Betroffenen den Rücken zu stärken und sie zu unterstützen. Neben moralischem Beistand ist auch ein Ausgleich der finanziellen Schäden notwendig, da die Autoversicherungen nur einen Teil der entstandenen Kosten abdecken.

Der Treibhaus e.V. Döbeln bittet daher um ihre Spenden, um seine Mitglieder bei der Deckung der Restkosten in Höhe von 1.500 € unterstützen zu können.

Dazu hat die Opferberatung RAA Sachsen e.V. freundlicherweise ein Spendenkonto eingerichtet:

RAA Sachsen e.V.
Konto: 0643998600
BLZ: 85080200
Verwendungszweck: Treibhaus Döbeln

Spenden sind steuerlich absetzbar. Spendenquittungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt. Die SpenderInnen werden veröffentlicht, bitte kennzeichnen Sie deshalb anonyme Spenden.

Sollten mehr Spenden eingehen, als zur Deckung der Kosten benötigt, so werden diese an den Opferfonds der RAA Sachsen weitergereicht, um anderen Betroffenen rechter Gewalt zu helfen.

Mit freundlichen Grüßen

Treibhaus e.V. Döbeln

am 16.07.2010 um 11:33 Uhr

Wir dokumentieren eine Presseinformation des Treibhaus e.V. Döbeln.

In der Nacht zum gestrigen Donnerstag gab es einen weiteren Anschlag.

Stellungnahme des Treibhaus e.V. zu den Brandanschlägen vom 14.07.2010

Döbeln, 14.07.2010

Am frühen Morgen des 14.07.2010 verübten bisher noch unbekannte Täter in Döbeln Brandanschläge auf zwei Autos. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um die Autos einer Mitarbeiterin des Treibhaus e.V. Döbeln, sowie einer ehrenamtlich im Verein engagierten Person.

Beide Betroffenen treten seit Jahren für eine weltoffene, demokratische und nichtrassistische Gesellschaft ein und sind durch ihr Engagement beim Treibhaus e.V. öffentlich bekannt. Ebenso waren Beide bereits in der Vergangenheit Opfer rechtsextremer Aktivitäten und Empfänger von Drohungen und haben vor Gericht gegen Döbelner Neonazis ausgesagt. Zuletzt wurde einem der Opfer am vergangenen Sonnabend von der rechten Szene zuzuordnenden Personen mit den Worten „Dich und deine Karre fackeln wir ab“ gedroht. Auch der Treibhaus e.V. selbst war bereits mehrfach rechtsextremen Angriffen ausgesetzt.

Das in der vergangenen Nacht nun binnen einer viertel Stunde zwei Fahrzeuge von Personen angezündet wurden, die sich für demokratische Werte und gegen Rechtsextremismus engagieren, legt nahe, dass es sich um gezielte Anschläge handelt und schließt einen Akt willkürlichen Vandalismus nahezu aus. Aus Sicht des Treibhaus e.V. muss daher von einem rechtsextremen Hintergrund der Brandanschläge ausgegangen werden.

Der Treibhaus e.V. verurteilt diesen Akt politischer Militanz aufs Schärfste und erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen. Auch wenn dieser Versuch der Einschüchterung mittels Gewaltanwendung konkret zwei Engagierte getroffen hat, so sind damit doch nicht nur die Mitglieder des Treibhaus e.V. gemeint, sondern alle Bürger und Bürgerinnen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

Bereits im März wurde ein Brandanschlag auf Räumlichkeiten des soziokulturellen Vereins „Roter Weg e.V.“ in Freiberg verübt. Dem vorausgegangen waren Einschüchterungen mittels neonazistischer Aufkleber mit Sprüchen wie „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Damit handelt es sich bei den Taten von gestern Nacht bereits um den zweiten Brandanschlag auf politisch Engagierte in Mittelsachsen, bei dem die Angreifer im neonazistischen Spektrum zu vermuten sind.

Diese Entwicklung verdeutlicht, mit welcher Gewaltbereitschaft Neonazis auch in Mittelsachsen und der Region Döbeln versuchen, politisch aktive Menschen einzuschüchtern und von ihrem Engagement abzubringen. Dabei ist es für keinen Demokraten hinnehmbar, dass Gewalttäter versuchen, andere an der Ausübung ihrer demokratischen Grundrechte zu hindern.

Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig wirksame Strategien gegen Rechtsextremismus sowohl auf Landesebene als auch auf kommunaler Ebene sind. Von Nöten ist jedoch nicht allein eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema durch die Politik, sondern auch die konsequente Aufklärung rechtsextremer Übergriffe durch die Polizei und ein Zusammenstehen aller Bürgerinnen und Bürger, sowie konstantes zivilgesellschaftliches Engagement.